Schwäbische Unternehmen befürchten Fachkräftemangel / Wirtschaft setzt auf Nachwuchsförderung und Weiterbildung
(Augsburg, 13.04.2010) Die bayerische Wirtschaft steht in den nächsten Jahren vor einem gravierenden Fachkräftemangel. „Die Studie Arbeitslandschaft 2030 der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat ergeben, dass bereits im Jahr 2015 rund 520.000 Fachkräfte in Bayern fehlen werden“, betonte Johannes Juppe, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Schwaben der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme und vbm.
Drei schwäbische Unternehmen berichteten in Augsburg über die Folgen, die der Fachkräftemangel für den Wirtschaftsstandort hätte. Gleichzeitig präsentierten die Firmen individuelle Projekte und Initiativen, mit denen sie dem Fachkräftemangel entgegensteuern.
Jürgen Brielmaier, Geschäftsführer der Eberle Federnfabrik GmbH, unterstrich die kritische Prognose der vbw-Studie und befürchtet Probleme für die Zeit nach der Krise: „Mit dem Anspringen der Konjunktur wird sich der Wettbewerb um Ingenieure, Facharbeiter und insbesondere um qualifizierte Mitarbeiter, die zu Auslandseinsätzen bereit sind, verschärfen.“
Bereits jetzt seien beispielsweise Technische Redakteure mit Erfahrung in der Luft- und Raumfahrt oder Medizintechnik stark gefragt, erklärte Stefan Kügel, Vorstandsvorsitzender der Tanner AG. „Nachhaltige Investitionen in Personal-entwicklung und -marketing sind daher seit langem fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Mit dem Engagement in der Initiative ‚Das Haus der kleinen Forscher’ und dem ‚Tanner-Hochschulwettbewerb für Technische Dokumentation’ wollen wir junge Menschen für Naturwissenschaften und Technik begeistern.“
Auch Peter Marcinkowski, Personalleiter der Grenzebach Maschinenbau GmbH, betonte die Bedeutung eines nachhaltigen Engagements im Bereich Mitarbeitergewinnung und -bindung: „Ein interessanter Arbeitgeber wird man nicht über Nacht“, so Marcinkowski. Vielmehr müsse das Personalmarketing auf einer Strategie von Langfristigkeit, Vertrauen und Kontinuität aufbauen.
Die Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände fordern zur Bekämpfung des Fachkräftemangels eine nachhaltige Qualifizierungs- und Weiterbildungsinitiative, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam getragen wird. Auch der Staat müsse seine Anstrengungen in Hinblick auf Bildungsqualität, -beteiligung und -gerechtigkeit verstärken. Weiterhin ist eine längere Lebens- und Wochenarbeitszeit nötig. Als dritter Baustein müsse der Arbeitsmarkt stärker für Fachkräfte aus dem Ausland geöffnet werden.
Kontakt: Geschäftsführung: Johannes Juppe (bayme vbm), Tel. 0821- 45 50 58-20 Presse: Antje Zientek, Tel. 089-551 78-399 |